Familienforschung

Klobuk-Kłobuczyńscy

Die Familie Klobuk stammt nach Forschungen verschiedener Genealogen aus der mährischen Slowakei, gehörte zum Umfeld der böhmischen Přemysliden und war an der Ostsiedlung ab 1100 aktiv beteiligt. Die Herren von "Clobuk" (auch "de Pileo") sollen mit den Herren von "Nĕmčiček" bei Hustopeče und den Herren von "Polehradic" (Bolehradic) eines Ursprungs sein. Sie besaßen die Festung und Ortschaft Clobuk (tsch.: Klobouky, dtsch: Klobauk) südlich von Brünn und mehrere Ortschaften, südlich und östlich der mährischen Hauptstadt.

Graf Leo von Clobuk (auch "baro Leo Clobucensi"; Wappen "Klobuk"), Kammerherr im Brünner und Olmützer Land, stiftete um 1204 das Prämonstratenserkloster Obrowitz (tsch.: Zábrdovice) bei Brünn (tsch.: Brno). Er schenkte diesem Kloster ein Evangeliar, welches sich heute in Olmütz (tsch.: Olomouc) befindet und die älteste erhaltene Schrift ihrer Art in Böhmen und Mähren ist. 1209 nahm Papst Innozenz III. die Stiftung und die dazu gehörenden Dörfer unter seinen Schutz. 1210 bestätigte König Ottokar I. Přemysl (tsch.: Přemysl Otakar) dem Kloster seine ersten Besitzungen. 1211 kamen weitere Schenkungen des Grafen Leo, des Markgrafen Vladislav Heinrich und anderer Edler hinzu. Die Weihe der Klosterkirche St. Marien fand schließlich am Sonntag den 15. Mai 1211 statt. Die Feierlichkeiten sollten sich besonders prächtig gestalten, da neben dem König noch weiterer königlicher Besuch und hohe kirchliche Würdenträger anwesend waren. Bereits am Vortag empfingen der König, der mit Konstanze von Ungarn verheiratet war, und Graf Leo die Reisegesellschaft der kleinen ungarischen Prinzessin Elisabeth. Sie wurde von ihren königlichen Eltern zur Erziehung und als Braut des zukünftigen Landgrafen nach Eisenach auf die Wartburg geschickt. Auf Clobuk wurde ein erstes königliches Gastmahl gereicht. Am nächsten Tag reiste die Gesellschaft nach Obrowitz, wo nach der Weihe der Klosterkirche durch den päpstlichen Legaten und Erzbischof von Gnesen Heinrich Kietlitz, ein weiteres Gastmahl gereicht und Hof gehalten wurde. An diesem Tag erhielt die Stiftung den eigentlichen Stiftsbrief. Neben den genannten waren noch die Bischöfe Daniel von Prag und Robert von Olmütz, 8 Äbte und über 70 Edle aus Böhmen und Mähren bei der Weihe zugegen. Bereits 1207 unterschrieb Sobehard von Clobuk als Zeuge eine Urkunde, in welcher König Ottokar I. Přemysl dem Bistum Olmütz seine Rechte bestätigte. Sophia, die zweite Ehefrau des Grafen Leo, soll 1211 das Kloster Zbýšov bei Austerlitz gestiftet haben. 1331 wurde Gebhard von Clobuk als "jurat. Brunens." im Zusammenhang mit einem Rechtsakt erwähnt. Kaiser Karl IV. schenkte 1341 dem Jesco von Clobuk das Gericht der neuen Dörfer Clobuk (später "Klobuk", tsch.: "Kloboucky") und Potecz (tsch.: Poteč) in der Wallachei an der Grenze zu Ungarn. Dieser "Jesco" ist wohl mit dem "Ješko" (auch "Ježko") identisch, der mit seinem Bruder, dem Priester "Zdenĕk" 1349 als Eigentümer in Kloboučky (auch "Klobouček", dtsch.: "Klobutschek") bei Bučovic östlich von Brünn erwähnt wird. Letzterer "Zdinek von Kloboučky" trat 1351 sein Land mit 8 Gehöften und 1 Mühle in "Klobutschek" und "Tschertchein" an Buczek von Nedachlebitz ab. 1392 verkauften Ješek von Klobuk (auch "Kobluk"; Wappen "Žerotin") und sein Bruder Velica (auch "Weliza"), Pfarrer in Klinowicz, ihren Besitz im Dorf Rakusek an Peter von Krawař und Peter von Sternberg. Papst Bonifatius verhängte 1399 die Exkommunikation und das Interdikt über den Markgrafen Prokop von Mähren und seine zahlreichen Anhänger. Darunter auch Smylo von Bolehradic (von Kunstat), sowie Pessyko und Maczko de Klobuk. Ab dem Jahr 1471, in welchem die Utraquisten den polnischen Prinzen "Vladislav II. Jagiello" zum böhmischen König wählten, kam es zur Aufstellung tschechischer Truppen in polnischem Sold. Zu den erwähnten Adligen gehörten Waniek, Jan, Plewa, Blazek, Girzik und Mikulasz z Klobuk, die teilweise mit Feuerwaffen ausgerüstet waren. Im Jahre 1483 kam es in den Prager Teilstädten zu einer Auseinandersetzung zwischen den katholischen Stadträten und der hussitischen Bevölkerung. Der Bürgermeister der Prager Altstadt Johann Klobuk (auch "Klobauk", "Klobouk" und "Johannes a Pileis") wurde am 24. September aus einem Rathausfenster geworfen ("defenestriert") und anschließend mit anderen noch lebendig gebliebenen Räten geköpft. Noch 1586 wurde ein Nikolaus von Klobouk (auch Klobauk) zum Adel des Landes gezählt.

In Polen wurden 1267 ein Mirozlaus von Clobuck und 1290 der Graf Florian Clobucensi erwähnt. Letzterer war oberster königlicher Jägermeister ("Venator"). Sein Verwaltungssitz "Kłobuck" lag inmitten königlicher Wäldern an der Handelsstraße zwischen Tschenstochau und Wieluń. Ursprünglich befand sich in der Nähe nur eine Kastellanei. Im 12. Jahrhundert entwickelte sich dort der Marktflecken der 1267 schließlich Verwaltungssitz wurde. Die heutige Stadt soll nach eigener Überlieferung von der Familie „Klobuk“ gegründet worden sein. Für 1287 ist dort auch eine erste Kirche St. Bartholomäus nachweisbar.

An der Universität Krakau in Kleinpolen wurden 1402 der Student Symon de Clobuczsko, 1408 der Dekan Magister Henricus de Clobuczsko und 1423 der Student Paulus de Clobuczsko erwähnt, der 1430 "Paulus de Klobuczsko" (Theologe und Kanoniker an St. Florian) geschrieben wurde. Für die Jahre 1463 und 1466/67 wird dieser Paulus als ehemaliger Rektor "Pawel von Klobuck" und 1469 als Magister, Kanoniker und Professor "Paulo Clobuczsko" erwähnt. 1484 war schließlich auch ein Briccius Nicolai de Clobuczsko Student an dieser Universität.

Crzeslaus Słowak de Clopoczin wurde 1454, 1471 und 1473 als reicher Gefolgsmann des polnischen Königs Kasimir IV. erwähnt. Er war Bannerträger der Wojewodschaft Rawa und Führer einer berittenen Einheit. Er stand vermutlich in einer direkten Beziehung zu den heute noch existierenden Ortschaften "Klopoczyn" und "Nowy Klopoczyn". Er lieh dem König in den angegebenen Jahren mehrere hundert ungarische Florin und erhielt wiederholt die Stadt und Starostei Bern (Berent) in Pommerellen als Lehen. Somit war er auch Besitzer der dortigen Ortschaft "Clobucino" (Klobuczin). Vielleicht stammte er von Piotr de Kłopoczyn ab, der um 1424 Hauptmann der italienischen Festung Stenico bei Trient war. Er wurde als Fremder ("Peregrinus") und Sohn des Abraham bezeichnet und stammte ebenfalls aus der Wojewodschaft Rawa.

Magister Joannes Fliseus Klobucensis wurde 1587 an der Universität Krakau erwähnt und leitete 1599 als Magister Joannis Clobucii ein eigenes Dekanat. Dieses hatte er noch 1606 inne, wobei einer seiner Studenten ein Stanislaus Cłobucius war.

Die alte Schreibweise "Clobuk" entwickelte sich über "Klobuk" und die latinisierte Form "Klobucensi" bis zum großpolnischen "Kłobuczyńscy". Diese Schreibweise ist nach 1620 nachweisbar. Damals trat der Ritter Andreas Kłobuczyński als Gefolgsmann König Sigismund III. Wasa im Umfeld des Jan Rozdrażewski bei den Städten Wschowa und Krotoszyn auf. Er soll durch Vermittlung Kaiser Ferdinand II. aus der Slowakei (Ungarn) nach Polen gekommen sein und wurde vermutlich 1632 in den polnischen Adel aufgenommen. In einer Schrift Erzbischofs Henryk Firley von Gnesen und Płock, wird 1624 auch ein Albert Kłobuczyński erwähnt. 1637 wurde die Stadt Łubny in der Ukraine von aufständischen Bauern überfallen. Dabei wurden der Palast des polnischen Prinzen und Wojewoden Jeremi Wiśniowiecki und das katholische Bernhardinerkloster zerstört. Neben den Mönchen wurden bei diesem Angriff auch zwei Brüder Kłobuczyńscy mit ihren Gefolgsleuten getötet. Ob es sich dabei auch um den erwähnten Andreas handelt ist unklar. 1626 wurde auch ein Michael, Sohn des Andreas Klobucinsky aus Posen erwähnt, der an der Universität Krakau als Student studierte. Dieser Michael war im Jahre 1633 Doktorand der Rechte in Bolognia. In der Matrikelliste wird er als "eques polonus", also als polnischer Ritter geführt. 1643 lebte eine Katharina Kłobuczyńska als Nonne im Kloster Trebnitz. Für die Jahre 1655/56 werden schließlich auch drei Brüder mit Namen Kłobuczyński erwähnt. Sie waren Mitglieder des Augustinerordens und lebten zeitweilig gemeinsam im Kloster Wieluń. Alle drei waren Priore dieses Klosters, welches 1655 von den Schweden geplündert wurde. Marcel, der bereits 1634 als Pfarrer in Warschau erwähnt wurde, fand bei dem Angriff als amtierender Prior den Tod. Im gleichen Jahr starb auch sein Bruder Andreas, der 1639 seine Profess feierte und zweimal Prior von Wieluń wurde. Der dritte Bruder Jan Chrysostom, der 1642 seine Profess feierte, lebte nachweislich auch in den Klöstern Lemberg, Warschau und zuletzt im böhmischen Augustinerkloster Rotschow, wo er zwischen 1656 und 1659 Prior war. Neben der hochpolnischen Schreibweise "Kłobuczyński" ist für den ältesten Bruder Marcel auch die Schreibweise "Kłobuszyński" nachgewiesen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass 1793 der Adlige Johann Klobuszinsky (auch "Klobczinski") in der Ortschaft Slupce bei Kalisz lebte. Eine Familie Kłobuszyńscy ist zudem noch heute im Posener Gebiet wohnhaft.

Für die Theorie, dass eine Familie Kłobuczyńscy über die Slowakei nach Polen kam, gibt es verschiedene Belege. So das Verzeichnis der Schüler des Breslauer Jesuitengymnasiums von 1639-1649. Dort wurde am 14.07.1641 der polnische Adlige "Bartolomeus Klobuczensky de Klobuczicz" als Schüler aufgenommen. "Klobuczicz" soll in diesem Fall mit der slowakischen Ortschaft "Klobušice" bei Trentschin (Trenčín) identisch sein, woher auch die ungarische Familie "Klobusiczky" stammt. Von dort soll aber auch der Adlige "Andreas Klobucziczki von Klobuczicz" gekommen sein, der 1623 einen Freihof im deutschsprachigen und lutherischen Altbielitz in der schlesischen Minderstandsherrschaft des protestantischen Herzogs Johann II. Sunnegk übernahm. In diesem Fall ist zu klären, ob dieser Andreas mit dem Andreas Kłobuczyński/Klobucinsky aus Posen identisch ist. Im Zusammenhang mit der Stadt Banowitz in der Slowakei (Bánovce nad Bebravou), 1882 "Bánoviec" geschrieben, findet sich schließlich ein Beleg zu einem "Gira Klobuczky z Klobuk" der 1567 dort erwähnt wurde.

Vor 1650 werden Kłobuczyńscy in Schlesien und Ermland als Vasallen der dortigen Fürstbischöfe greifbar. Sie traten als Erneuerer katholischen Gemeinwesens auf, bauten Kirchen, besorgten Altäre und kümmerten sich um die Bauern in ihren Dörfer.

Andreas Franz Klobuczinsky von Klobuczin, vermutlich ein Sohn des Andreas Kłobuczyński aus dem Posener Gebiet, ging nach Schlesien und trat in die Dienste des Fürstbischofs Karl Ferdinand Wasa (1613-1655), der auch Bischof von Płock und Herzog von Oppeln und Ratibor war. Als bischöflich-breslauischer Landeshauptmann in Preichau (ehemals Kreis Wohlau; poln.: Przychowa, Powiat wołowski) erneuerte er die Kirche der bischöflichen Stadt Zirkwitz (ehemals Kreis Trebnitz; poln.: Cerekwica, Powiat trzebnicki) und die Kirchen der Dörfer Ober-Gläserdorf (poln.: Szklary Górne, Powiat lubiński) und Eisemost (poln.: Żelazny Most, Powiat polkowicki) bei Lüben. 1672 wurde er von Kaiser Leopold II. in den Böhmischen Ritterstand erhoben und erhielt ein neues Wappen. Er und seine Nachfahren besassen nach vorliegenden Quellen das Gut Senditz (poln.: Sedzice, Powiat trzebnicki) bei Trebnitz (poln.: Trzebnica), die Güter Klein Rinnersdorf (poln.: Małe Rynarcice/Rynarciczki, Powiat polkowicki), Eisemost und Gühlichen (poln.: Gilów, Powiat lubiński) bei Lüben (poln.: Lubin) sowie das Gut Lanken (poln.: Łękanów, Powiat górowski) und die Siedlung Friedrichsau (poln.: Bogucin, Powiat górowski) bei Guhrau (poln.: Góra). Aber auch im Posener Gebiet muss es Nachfahren des Andreas Franz gegeben haben. Bis 1753 werden zwei Frauen, Theresia und Johanna, als Töchter eines "Franz Kłobuczyński" erwähnt. 1858 starb diese schlesische Linie im Mannesstamme aus. Der bürgerliche Sohn seiner Nachfahrin "Juliane von Klobuczinsky" aus Eisemost beantragte daher die Aufnahme in den Adelsstand und begründete die heute noch bestehende Linie „Müller von Klobuczinsky“.

Im polnischen Kammeramt Allenstein im Hochstift Ermland im späteren Ostpreußen, trat 1633 ein "Andreas Kłobuk" in der Ortschaft Schönwalde auf. Damals regierte dort Johann Albert Wasa (1612-1634) als Fürstbischof, der auch Bischof von Krakau war. Noch im gleichen Jahr wurde Nikolaus Szyszkowski vom König zum neuen Bischof von Ermland ernannt. 1678 beantragte der "Scultetus" und "Libertinus" "Michael Kłobuk" (Kłobuck) die Erneuerung der Handfeste des Schulzendorfes Thomsdorf (poln.: Tomaszkowo). Sein Nachfahre Adam Kłobuk (Kłobuźęński) erlangte durch Heirat 1712 das kulmische Rittergut Piestkeim (poln.: Pistki), welches die Familie im Siebenjährigen Krieg 1759 wieder verkaufte. Noch 1790 wurde ein Beneficium zugungsten der Kirche von Braunswalde von Bischof Ignatius Krasicki (1766-1795) bestätigt. Dessen Nachkommen besassen 1761 als Libertini einen Freihof im adligen Ottendorf bei Wartenburg. Das erbliche Schulzenamt von Thomsdorf war noch bis 1815 im Besitz der Thomsdorfer Linie. Der letzte Namensträger Matthias K. hinterlies der Kirche von Groß Bertung ein Beneficium für sein Seelenheil. In Darethen (poln.: Dorotowo) wurde 1683 dem Libertinus Augustinus Kłobuk dessen Freihof bestätigt. Neben den ersten kulmischen Gütern in Thomsdorf, Darethen, Piestkeim und Ottendorf, gehörten der Familie, bis zur Annektion des Hochstiftes 1773, auch ein Teil des Rittergutes Ballingen (poln.: Bałąg) und die kulmische Schilamühle (poln.: Siła) bei Thomsdorf. Danach besaßen sie kulmische Höfe in Grieslienen (poln.: Gryżliny), Grünau (poln.: Zielonowo) und Schönfelde (poln.: Unieszewo), sowie einen Teil des ehemalige Ritterguts Penglitten (poln.: Pęglity). Franz Stephan Kłobużyński (auch Kłobużeński), ein Bruder des Adam aus der Thomsdorfer Linie, besuchte 1683 das in ganz Polen berühmte Jesuitengymnasium in Rössel (poln.: Reszel) und war schließlich zwischen 1695 und 1714 Pfarrer in Wuttrienen (poln.: Butryny) und Purden (poln.: Purda). Andere waren Schüler des ebenfalls angesehenen Braunsberger Gymnasiums, wie sein Neffe Ludwig Jakob Kłobużyński, der 1750 bis 1776 Pfarrer von Bischofsstein war. Die ermländische Linie wird im Vasallenverzeichnis Gallandis als "von Klobudzynski" und "G.D. Kłobuczyński" geführt. In der Literatur und den wenigen noch existierenden Kirchenbüchern und Quellen finden sich aber auch noch andere Schreibweisen wie z.B. "Klobudzinski" und "Kłobuszyński". Anton Kłobużyński (Kłobudziński) aus Warkallen (poln.: Warkały) gilt in der polnischen Literatur als nationalpolnischer Patriot der Zwischenkriegszeit. Franz Kłobuczyński aus Schönfelde spendete 1916 für die Aufstellung polnischer Streitkräfte. Dessen Sohn Bruno Georg verließ mit vier seiner Schwestern die Heimat und ging nach Kassel, wo er sich niederließ. Aufgrund der ersten Bombardierung Kassels zog es ihn mit seiner Frau und den beiden Söhnen nach Schönfelde zurück. Obwohl er sofort nach Kriegsende zurück nach Kassel wollte, musste er bis 1957 als Angehöriger der authochtonen Bevölkerung in Schönfelde bleiben. Einige Zeit leistete er sogar Zwangsarbeit, wurde aber, da er persönlich nicht belastet war, freigelassen. Da er wegen der Familie auf seine deutsche Staatsbürgerschaft bestand und nicht für Polen votieren wollte, wurde er von den kommunistischen Behörden unter Druck gesetzt. Sein ältester Sohn weigerte sich zudem zur polnischen Armee zu gehen und wurde durch ein Gericht zu 18 Monaten Zwangsarbeit in einem Bergbau bei Krakau verurteilt. Die Familie konnte ihr "Deutsches Haus" erst im Rahmen der Vereinbarungen über die Familienzusammenführung und durch Intervention der US-Botschaft, des Regierungspräsidenten in Kassel und des Internationalen Roten Kreuzes verlassen. Seine Nachkommen gingen überwiegend in den Staatsdienst. Drei Familienmitglieder wurden Offiziere.

Die Familie ist ebenfalls im ehemaligen Kammeramt Wartenburg des Hochstift Ermlands nachgewiesen. Im Kirchenbuch von Groß Lemkendorf finden sich die Namen der Schulzenfamilie "Obudzinski" aus Derc. Der Letzte dieser Linie war der Kölmer Jacobus Obudziński aus 40Huben. Als Jacob. "Kłobuzenski" huldigte er 1772 als Einwohner in 40Huben. In der Stadt Wartenburg finden sich 1745 der Prafectus M. Vartenburgensis Antonius "Klobuczynski" und 1807 eine Dorothea "Kłobużynski". Das Kirchenbuch Wartenburg verzeichnet auch die Familien "Kłobużenski" in Poleyken und Nervik, sowie die Familie "Klobudzinski" in Jetken. Unter den Schreibweisen "Kłobudzinski" und "Kobudzinski" hat sie sich schließlich bis ins 20. Jahrhundert im ganzen Wartenburger Land ausgebreitet. Besonders zu erwähnen ist Anton Kobudzinski aus Ramsau (1828-1899), ein nationalpolnischer Aktivist der Gazeta Olsztyńskiej.

In Kujawien, zwischen Großpolen und Preußen ist 1670 ein "Ignacy Kobojński" nachgewiesen. Vermutlich war er Mitglied des dortigen Sejmniki. In den Distrikten Hohensalza und Bromberg lebte auch eine Familie "Kłąbczyński". Beim Ordenskapitel der Bernardiner in Kalisz 1767 war der Provinzial der Großpolnischen Provinz "Idzi Kłąbczyński" anwesend. "Mathias Kłąbczyński" huldigte 1772 in Marienburg. Ebenso ist die Eheschließung von "M.G. Julian Kłąbczyński" in Komaszyce bei Hohensalza 1793 nachgewiesen.

Auf dem ehemaligen Gebiet des Herzogtums Preußen ist ab 1777 eine evangelisch-lutherische Familie mit der niederdeutschen Schreibweise "Klopczynski" nachweisbar. Diese lebte u.a. in Klein Krebs (poln. Rakowice) bei Marienwerder (Kwidzyn). Die damalige Namensschreibweise wandelte sich über "Klopczinski" (1795) zu "Klopschinski" (1850). Diese Familie muss sich später stark ausgebreitet haben, gibt es in verschiedenen Ortschaften auch die Schreibweisen "Kopczyński", "Kobusiński" und "Kobuszynski". Ein Zweig dieser Familie wanderte nach Michigan in die USA aus und schreibt sich auch "Klopschinske" und "Klopshinske". Unter dem Namen "Klopschinski" lebt ein anderer Zweig heute in Nordrhein-Westphalen.

Eine Familie "Kłobusiński" war ebenfalls in Großpolen und Kujawien vertreten. So u.a. in den Landkreisen Krotoschin und Koschmin an der Grenze zu Schlesien und in den Landkreisen Hohensalza und Bromberg bei Preußen. Es ist zu vermuten, dass es sich dabei um dieselbe Familie handelt wie die "Kłobuczyński". 1940 wurde eine Familie "Kłobusiński" aus dem polnischen Teil der Ukraine nach Kargowiny bei Archangielsk in Russland deportiert. Was aus dieser Familie geworden ist, ist noch unbekannt. Ein Andrzej Kobusiński war 1942/43 Insasse des Konzentrationslagers Auschwitz. Als Kapo des "Kommando Elektriker-Verwaltung" war er mit der Wartung der elektrischen Anlagen beauftragt. Es ist überliefert, dass eine Zusammenarbeit mit der Lagerwiderstandsbewegung bestand und Nachrichten sowie Medikamente u.a. geschleust wurden. Die Schreibweise "Kłobusiński" ist heute in Polen und Deutschland weit verbreitet.

In der Ukraine lebte vor 1939 ebenfalls eine Familie "Kłobuszyński". Aus dieser Familie stammte Tadeusz Kłobuszyński, der 1945 als Sergeant des 2. Infanterie-Regiments (2 Berliński Pułk Piechoty) der polnischen Streitkräfte an der Eroberung Berlins teilnahm. Nach dem zweiten Weltkrieg siedelte diese Familie in den polnischen Teil Brandenburgs über und ist heute auch in Posen zu finden.

Wie ein Genvergleich (Y-STR-Signaturvergleich) bestätigte, ist die katholische Familie "Kłobuczyński" aus Ostpreußen mit der evangelisch-lutherischen Familie "Klopschinski/Klopshinske" und den katholischen "Kłobuszyński" aus der Ukraine einen Ursprungs. Es fand sich auch eine evangelisch-lutherische Familie "Goldmann" aus Marwitz bei Stettin (um 1760) in Pommern, die ebenfalls den äußerst seltene Haplotyp der Familie trägt. Ob eine familiäre Beziehung besteht, muss noch genealogisch bestätigt werden. Vielleicht besteht eine Beziehung zu "Nicolaus von Klobuzinsky" (auch "Klobuczinski"), der zwischen 1712 und 1715 als Kapitän und Kompaniechef im Rheinischen Infanterieregiment "Leutrum" nachgewiesen wurde. Dieses kämpfte auf Seiten des schwedischen Königs Karl XII. von Pfalz-Zweibrücken bei Rügen und Stralsund gegen die Preußen. Von den Soldaten des Regiments wird berichtet, dass sie als Handwerker verkleidet und mit hessischen Pässen ausgestattet durch preußisches Territorium bis nach schwedisch-Pommern gelangten. Bei der Kapitulation Stralsunds wurden die Reste des Regiments von den Dänen und Preußen übernommen. Dort verlor sich dann auch die Spur von Nicolaus. Über seine Herkunft kann nur gesagt werden, dass er zum Umfeld des polnischen Königs Stanislaus I. Leszczyński gehört haben könnte, welcher als Parteigänger Karls XII. 1704-1709 Polen regierte, mit diesem von Stockholm nach Moldavien ging und schließlich 1714 ins Exil nach Pfalz-Zweibrücken. Dort befand sich dann auch das Regiment Leutrum, dass sich im Spätsommer auf seine letzte Reise nach Stralsund begab. (Stand: September 2011)

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